Größte Ganzglaskonstruktion in Kanada

24.01.2020 Der Fassadenbauspezialist seele realisierte am Place Ville Marie in Montreal nach den Entwürfen von Sid Lee Architecture und Menkès Shooner Dagenais Létourneux Architectes ein 42m langes Glasdach, bestehend aus nur 18 Isoliergläsern. Mit der „Grand Hall“ konnte seele bereits das vierte Projekt in Kanada fertigstellen.

Montreal, 24. Januar 2020. Der Place Ville Marie befindet sich im Herzen von Montreal direkt am Boulevard René-Lévesque. Der zentrale Platz verfügt über einen direkten Zugang zu einer darunterliegenden Food & Shopping Mall. Durch die Revitalisierung des Place Ville Marie durch den Eigentümer Ivanhoé Cambridge entstand ein neuer Eingangspavillon für die Mall, der aus einem rund 630qm großen Glasdach und bis zu 4,2m auskragenden Vordächern besteht. Mit dem Ganzglasdesign wurde ein freier Blick in den daruntergelegenen Bereich ermöglicht. Die überdimensionale Dachverglasung schafft Transparenz und Großzügigkeit und wird somit zum attraktiven Anlaufpunkt. seele stellt mit diesem Projekt nun auch seine Ganzglaskompetenz in Kanada in den Fokus.

Schwereloses Design als Neuheit auf dem kanadischen Markt

Stahl-Glas-Konstruktionen und Elementfassaden sind in Kanada sehr verbreitet, während Ganzglaskonstruktionen eher speziell und einzigartig sind. Das Glasdach in Montreal ist das erste Projekt von seele in der Provinz Québec, insgesamt das vierte in Kanada. Vor allem ist es das Projekt mit den größten Isolierglaseinheiten und Glasträgern im ganzen Land. Die 15m langen und 2,5m breiten Isoliergläser, mit einem Eigengewicht von bis zu 5,6t, werden von 8-lagigen Verbundglasträgern gestützt, die ebenfalls 15m lang sind. Aufgrund des Architektenentwurfs sind die Konsolen der Träger in der Wand versteckt, so dass das Dach zu schweben scheint, um so ein Höchstmaß an Transparenz zu schaffen.

Ein besonderes Augenmerk der Konstruktion liegt auf den Eingangsüberdachungen an beiden Enden: Sie kragen bis zu 4,2m über die Eingangsfassaden hinaus und werden von 14-lagigen Glasträgern getragen.

„Da es sich bei diesem Projekt um die bisher größte Ganzglaskonstruktion in Kanada handelt, wurden hohe Erwartungen an die Expertise von seele gestellt. Wir realisieren bereits seit 2007 Ganzglasfassaden in spektakulären Glasgrößen. Besonders spannend sind dabei die anzuwendenden Normen und Prüfverfahren in den jeweiligen Ländern. Die Zusammenarbeit mit der Baubehörde war sehr konstruktiv und hat, wie man sehen kann, zu einer Neuheit in Kanada geführt“,

so Sebastian Keller, Project Manager bei seele. Insbesondere die statischen Anforderungen hinsichtlich der Lastabtragung galt es gemeinsam mit dem bauseitigen Tragwerksplaner NCK nachzuweisen, da das Glasdach und die auskragenden Vordächer massive Lasten aufgrund der extremen Wetterbedingungen in Kanada tragen müssen.

Logistik und Montage mitten in Montreal

Bei nahezu jedem Bauvorhaben in einer Großstadt gibt es besondere Anforderungen hinsichtlich der Logistik und Montage. Im Falle des Glasdachs am Place Ville Marie waren vor allem der begrenzte Platz, eine speziell benötigte Glasvakuummaschine und das Wetter von Bedeutung.

Die 2,5t schwere Glasvakuummaschine mit bis zu 60 Saugern wurde speziell in Europa entwickelt. Um den Mobilkran auf der Baustelle einsetzen zu können, musste die Bestandskonstruktion für die Glasmontage verstärkt werden.

Da die Montage auch in den Wintermonaten erfolgte, wurden zusätzlich Einhausungen eingesetzt, um die Silikonarbeiten fachgemäß ausführen zu können.

Mit diesem außergewöhnlichen und einzigartigen Projekt bewies seele einmal mehr seine Kompetenz für Ganzglaskonstruktionen – vom Entwurf bis zur Montage.

Ganzglaskonstruktion von seele für Grand Hall in Montreal

© Techniverre

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