Cutty Sark Conservation Project, London, Großbritannien

glas kann meer: das cutty sark conservation project

Die über 100 Jahre alte Cutty Sark wurde im April 2012 im Beisein der Queen als Museumsschiff feierlich wiedereröffnet und stellt nun eine der größten Touristenattraktionen Londons dar. Einst der schnellste Woll- und Teeklipper, dient das Schiff seit 1957 in einem speziellen Trockendock im Londoner Stadtteil Greenwich als Museumsschiff.
Da die Cutty Sark ihre Geschwindigkeit ihrer speziellen Konstruktion verdankt, sollte diese durch die jüngsten Konservierungsmaßnahmen besonders hervorgehoben werden.

  • Dazu wurde das Schiff innerhalb des Trockendocks um 3m über die Straßenebene angehoben. Unter dem Schiffsrumpf entstand dadurch ein begehbarer Bereich, der von einer geschwungenen gläsernen Hülle überspannt wird. Die Cutty Sark erhebt sich daraus wie einst auf frischer Fahrt aus den Meereswellen. Grimshaw Architects aus London zeichnen verantwortlich für den Entwurf sowie für die Gestaltung der in den Ebenen darunter geschaffenen Ausstellungsflächen.

    Die filigrane Glaskonstruktion steigt, 9 Grad nach außen geneigt, aus dem Boden auf und wölbt sich dann im steilen Winkel zurück zum Schiff. Ihre Höhe entwickelt sich von 1,9m über Fußbodenniveau am Mittelteil des Schiffes bis zu etwa 2,9m an Bug und Heck. So ergibt sich eine mehrfach gekrümmte Form. Die Tragkonstruktion besteht aus stählernen Hohlprofilen, die an 6-fach-Knoten verschraubt und so miteinander verbunden werden. Über nicht sichtbare Punkthalter im Scheibenzwischenraum sind die dreieckigen Isolierglasscheiben an der Unterkonstruktion befestigt. Eine Abwandlung dieser Grundstruktur findet sich an den schrägen Fassadenflächen, die sich aus dem Boden erheben. Sie werden aus 2m breiten trapezförmigen Elementen gebildet. Entsprechend bestehen die Anschlüsse aus 5-fach-Knoten.

    Fast von Beginn an war seele beratend in die Planung der etwa 90m langen und 20m breiten geschwungenen Glashülle einbezogen. seele entwickelte eine frei geformte Gitterschalenkonstruktion, die auf Dreiecken mit etwa 2m Seitenlänge basiert.

    Projektfotos: © National Maritime Museum London, Jim Stephenson

1.500qm Glasfläche  72t Stahl, davon 1.372 Stäbe und 520 Knoten

Durchdachte Lösung von seele umschließt das Exponat dynamisch, beweglich und dennoch dicht

Ziel des Entwurfs von Grimshaw Architects war, den Klipper auf einem Meer aus Glas scheinbar schwimmen zu lassen. seele setzt den Entwurf als rund 1.500qm große, frei tragende Konstruktion um. Wasser hat schließlich keine Balken. Optisch leicht und wellenförmig aufsteigend schließt das Dach an den Schiffsrumpf auf Höhe der Wasserlinie an. Die Dichtigkeit dieses Kontaktpunktes bedeutete insofern eine Herausforderung, als sich der obere Teil des Schiffes bewegt, weil er nach wie vor unter freiem Himmel steht und damit Wind und Wetter ausgesetzt ist. Das Dach musste also seitlich beweglich und dennoch wasserdicht konstruiert sein. Entsprechend bindet seele die geneigten Stützen über Elastomerlager an den Betonsockel an. Zweites Auflager ist ein umlaufender Stahlring. Ihn tragen 24 schräge, in den Wänden des Ausstellungsbereiches verankerte Stützen, die auch die Cutty Sark schweben lassen. 

 

  • Die Basis der seele-Konstruktion bildete ein 3D-Modell des abgestützten Schiffsrumpfes im Trockendock.

    Die Basis der seele-Konstruktion bildete ein 3D-Modell des abgestützten Schiffsrumpfes im Trockendock.

  • seele plante eine Glashülle, die als geschwungene Freiformfläche sowohl den Schiffsrumpf als auch das Trockendock umschließt.

    seele plante eine Glashülle, die als geschwungene Freiformfläche sowohl den Schiffsrumpf als auch das Trockendock umschließt.

  • Bei der Schaffung der Gitterschalenstruktur berücksichtigte seele bereits potentiell auftretende statische Einflüsse. So gelingt es, durchgängig schlanke Stahlprofile einzusetzen.

    Bei der Schaffung der Gitterschalenstruktur berücksichtigte seele bereits potentiell auftretende statische Einflüsse. So gelingt es, durchgängig schlanke Stahlprofile einzusetzen.

  • Das Stahlnetz der Gebäudehülle verband seele mit geometrisch einzigartigen Knoten. Sie sind mit bis zu sechs Armen ausgelegt, an denen die Stahlprofile verschraubt wurden.

    Das Stahlnetz der Gebäudehülle verband seele mit geometrisch einzigartigen Knoten. Sie sind mit bis zu sechs Armen ausgelegt, an denen die Stahlprofile verschraubt wurden.

  • An den sternförmigen, präzise gefertigten Knoten laufen die unterschiedlich ausgerichteten Stahlprofile gleichermaßen zusammen.

    An den sternförmigen, präzise gefertigten Knoten laufen die unterschiedlich ausgerichteten Stahlprofile gleichermaßen zusammen.

  • Die fertige Struktur aus Knoten und Stahlprofilen wird schließlich mit Isoliergläsern verkleidet und versiegelt.

    Die fertige Struktur aus Knoten und Stahlprofilen wird schließlich mit Isoliergläsern verkleidet und versiegelt.

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Bauherr The Cutty Sark Trust
Auftraggeber Gardiner & Theobald LLP und FB Ellmer Ltd.
Architekt Grimshaw Architects LLP
Ingenieur Buro Happold Ltd.
Fertigstellung 2012
Leistung von seele

  • Fassade: Glasfläche (1.500qm), Stahl (72t) 
  • 2 Eingangs- und Ausgangstore
  • Eingangsportale mit Edelstahlverkleidung 

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