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Kimbell Art Museum, Forth Worth, USA: Das innovative Dach aus siebbedruckten Isolierglasscheiben für museumsgerechten Wärme- und UV-Schutz wurde vom Fassadenbau-Spezialist seele realisiert.

4.500qm

Stahl-Glas-Konstruktion

zuwachs für eine ikone: erweiterungsbau des kimbell art museums

In respektvollem Abstand zum berühmten Ursprungsbau des Architekten Louis Kahn plante Renzo Piano einen eigenständigen Erweiterungsbau des Kimbell Art Museums. Die Komposition aus Glas, Beton und Holz, umrahmt von Ulmen und roten Eichen, beeindruckt durch ihre Reduktion und Leichtigkeit. Der Neubau spiegelt mit seiner Kubatur und Materialität den Charakter des Altbestands wider und schafft eine neue Zugangssituation: Die Besucher tauchen aus der Tiefgarage in einem grünen Bereich zwischen Neu- und Altbau auf und betreten die von zwei Galerien flankierte Lobby über ihre lang gezogene Ostfassade. Durch die Glasfassade im Osten haben die Besucher einen ungehinderten Blick auf Kahns Meisterwerk, auf der anderen Seite auf den zum Teil eingegrabenen, ebenfalls neuen Westtrakt. Zwei Glastunnel schaffen Verbindungen zwischen West- und Ostteil des Museums.

  • Zusammen mit Architekt und Tragwerksplaner entwickelte seele von Anfang an alle Details der anspruchsvollen Stahl-Glas-Konstruktion mit einer Gesamtfläche von ca. 4.500qm. Die großzügige Lobby des Museumsbaus versieht seele mit einer selbsttragenden Glasschwert-Fassade. Als besonderes Detail werden deren schlanke vertikale Fugen durch Pressleisten nach dem Entwurf Renzo Pianos verdeckt.

    Die Dach-Konstruktion der oberirdischen Erweiterung besteht aus 30 Leimholzbinder-Paaren, die auf Stahlbetonstützen aufliegen und die gesamte Gebäudelänge von 30m überspannen. Den Raum zwischen den Leimholzbindern schließt seele mit gebogenen Glasscheiben. Sie sind von den Holzträgern entkoppelt, denn Bewegungen und Torsionen der Leimholzbinder waren nicht definiert. seele quantifizierte die zu erwartende Varianz vielmehr durch Min-Max-Berechnungen und setzt auf flexible Verbindungen aus zahlreichen integrierten Gleitlagern und Sonderkonstruktionen. Über den Glasscheiben sorgen Rahmen mit beweglichen Photovoltaik-Lamellen für Verschattung. Sie sind auf Rinnenkonstruktionen befestigt, die wiederum auf den Leimholzbindern verlaufen.

    Projektbilder: © Nic Lehoux

Die selbsttragende Glasschwert-Fassade mit extrem schlanken vertikalen Fugen schafft spannende Perspektiven hinein in die Museumslobby bzw. von den Ausstellungsflächen hinaus auf die umliegenden Parkflächen.
Die Stahl-Glas-Dachkonstruktion durchdringt förmlich die Außenwände des Museums und löst die Grenzen zwischen Ausstellungsräumen und Freiflächen optisch auf.
Mangels definierter Bewegungen und Torsionen der Holzleimbinder setzt seele auf Min-Max-Berechnungen und bindet das Stahl-Glas-Dach über Gleitlager und Sonderkonstruktionen an.
Dank besonderer Veredelung der Fassaden- und Dachscheiben gelingt es seele, die Natürlichkeit des Lichts fast vollständig zu erhalten und dabei sowohl die UV-Transmission wie den Energieeintrag auf das erforderliche Maß zu reduzieren.

Eine Gebäudehülle von seele mit Sinn für Kunst, Licht und Sicherheit

Natürliche Lichtverhältnisse lassen wertvolle Exponate optimal wirken. Gleichzeitig erfordert ihre dauerhafte Konservierung besonderen Schutz. seele erreicht beide Ziele gleichermaßen. Dies gelingt durch eine Gebäudehülle, die sowohl kunstgerechte Lichtqualität als auch zuverlässige Sicherheit bietet. Die verbauten Isolierglasscheiben halten selbst extremen äußeren Einflüssen wie Hagel stand. Gleichzeitig schützen sie die Ausstellungsräume vor übermäßiger UV-Strahlung und unerwünschtem Energieeintrag. Erreicht wird dieser Filtereffekt durch laminierte Filterfolien sowie echte bzw. simulierte Ätzungen des Glases. Trotz aller Maßnahmen bleibt die Natürlichkeit des Lichts erhalten, mit einem Color Rendering Index von >96. Die über den Scheiben liegenden, verstellbaren Photovoltaik-Lamellen erlauben außerdem, die Menge des einfallenden Lichtes zu dosieren. So ermöglicht das Konzept hervorragende Tageslichtverhältnisse im Innenraum und erfüllt außerdem alle Anforderungen eines Museums hinsichtlich Wärme- und UV-Schutz.

Das Stahl-Glas-Dach mit seinen gebogenen Isolierglasscheiben ist über Gleitlager an die Primärkonstruktion aus Leimholzbindern angebunden. Echte und simulierte Ätzungen des Glases streuen das einfallende Licht.Foto: © Nic Lehoux
Über der Stahl-Glas-Dachkonstruktion bedecken Rahmen mit 2.403 beweglichen Photovoltaik-Lamellen eine Dachfläche von rund 1.000qm. Mit ihnen wird das Tageslicht dosiert und außerdem ca. 1,4MWh Solarstrom produziert.
An den Gebäudeflanken kragt das Stahl-Glas-Dach weit aus und scheint auf den Leimholzbindern zu schweben. Sein filigranes Design verleiht dem Erweiterungsbau die schwebende Leichtigkeit eines Pavillons.

Bautafel

Bauherr Kimbell Art Museum
Auftraggeber Beck Group, Fort Worth, USA
Architekt Renzo Piano
Fertigstellung 2013
Leistung von seele
  • 4.500qm Stahl-Glas-Konstruktion
  • Photovoltaik-Lamellen