Maximilianmuseum, Augsburg, Deutschland

maximilianmuseum

Das Maximilianmuseum ist das Stammhaus der Kunstsammlungen und Museen Augsburgs. Zwischen 1999 und 2002 erfolgte eine umfassende Sanierung und Modernisierung des aus zwei historischen Bürgerhäusern bestehenden Gebäudekomplexes. Um auch den Innenhof für die Aufstellung von Skulpturen nutzen zu können, wurde dieser mit einem filigranen, tonnenförmigen Glasdach überspannt. Zusammen mit den Tragwerkplanern Ludwig & Weiler Ingenieure GmbH entwickelten die Ingenieure von seele eine filigrane, leichte Konstruktion – modern und zugleich sensibel gegenüber der historischen Bausubstanz. Auf eine Länge und Breite von 37m x 14m überspannen 527 Glasscheiben selbsttragend den historischen Innenhof.

Die Ganzglas-Schalenkonstruktion benötigt ein Minimum an massiven Bauteilen. Nur der Rohrrahmen definiert die Kanten der Tonnenform und ruht auf dünnen Stützgliedern, die flexibel auf die komplizierte Auflagesituation der linken und rechten Seite eingehen. Das Schalentragwerk der Tonne mit ihrer zweidimensionalen Krümmung ermöglicht eine kostengünstige Vorproduktion von einheitlichen Scheiben. Die Einleitung der Druckspannungen in die Konstruktion erfolgt in den Knoten. Hierzu wurden den einzelnen Scheiben an den Ecken Edelstahlkappen aufgesetzt, mit denen diese auf dem Knotenblech lagern.

  • Über einen zentral im Knoten angebrachten Dorn mit Stellschrauben wird dieser kraftschlüssig zu den Stahlkappen positioniert. Die Scheiben selbst bestehen aus Verbundsicherheitsgläsern, 2mm x 12mm TVG, mit Abmessungen von 1,16m x 0,95m. Die gesamte Konstruktion wird über neun Seilspinnen sowie diagonal verlaufende Spiralseile mit einer Gesamtlänge von rund 2km Länge zusätzlich stabilisiert. Die Zustimmung im Einzelfall durch die Oberste Baubehörde für diese Neuentwicklung der Ganzglastonnenkonstruktion wurde durch zahlreiche Versuchsreihen erzielt.

    Zur Montage wurde die Glastonne auf einem eingemessenen Lehrgerüst aufgebaut und provisorisch verspannt. Im Anschluss daran wurde das Gerüst abgelassen und die Spannung in definierten Schritten justiert. Besondere Beachtung galt der Lagegenauigkeit der einzelnen Scheiben, die letztlich die Formtreue der Gesamtkonstruktion sicherstellen.

560qm Fassadenfläche  527 Glasscheiben

Bauherr Stadt Augsburg
Architekt Hochbauamt der Stadt Augsburg
Ingenieur Ludwig & Weiler Ingenieure GmbH
Fertigstellung 2000
Leistung von seele

Tonnentragwerk aus 527 selbsttragenden Scheiben, jeweils 2mm x 12mm TVG und mit einer Größe von 1,16m x 0,95m

Weitere Museen

Top