New Tate Modern, London, Großbritannien

new tate modern

Das im Jahr 2000 als Tate Modern Museum eröffnete ehemalige Kraftwerk im Londoner Stadtteil Southwark wurde erweitert. Die Architekten Herzog & de Meuron ergänzten ihre eigene Planung mit einem elfgeschossigen Neubau in Form einer gekappten, im Grundriss mehrfach geknickten Pyramide. Als verbindendes Element zwischen Alt und Neu umhüllt eine Fassade aus Sichtziegelmauerwerk die Erweiterung. Textur und Perforation der Hülle spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters – je nach Standpunkt und Tageszeit erscheint die Ziegelwand offen oder geschlossen, lichtdurchlässig oder undurchsichtig. Horizontale, meist über Eck verlaufende sowie einige wenige vertikale Lichtbänder durchbrechen die Ziegelhaut und schaffen partielle Aussichtssituationen.

  • Die Grundkonstruktion des Erweiterungsgebäudes besteht aus einem Gitterwerk aus Betonfertigteilen. Dazwischen liegen Aluminium-Fassadenelemente von seele. Den äußeren Abschluss bildet der auf diesen Konsolen ruhende Ziegel-Vorhang. seeles umfassendes, technisches Know-how war durch die außergewöhnliche Geometrie des Bauwerks gefordert: Die Fassade erhebt sich in fünf verschiedenen Winkeln, dazu kommen Knicke und Kanten. In Kombination mit zahlreichen Öffnungsvarianten, Festverglasungen und SG-Verglasungen entstehen so knapp 1.805 unterschiedliche Fensterelemente. Sämtliche Fensterprofile erfüllen die Anforderungen hinsichtlich Abdichtung und Wärmeschutz. Und das auf kleinstem Raum zwischen den Betonfertigteilen, was minimale Montagetoleranzen bedeutet.

    Zu den konstruktiven Besonderheiten gehören auch die schrägen gläsernen Schiebetüren im Eingangsbereich sowie die vertikalen Lichtbänder, die sich über mehrere Geschosse erstrecken.

    Bilder: © Iwan Baan

1.805 unterschiedliche Fensterelemente   26 verschiedene Glastypen   3.000qm horizontale Lichtbänder

Bauherr The Board of Trustees of the Tate Gallery
Architekt Herzog & de Meuron
Ingenieur Mace Ltd., London
Tragwerksplanung Ramboll UK
Fertigstellung 2016
Leistung von seele
  • 200qm Glas-Eingangsfassade mit Schiebetüren
  • 1.400qm horizontale „clear slot”-Verglasung
  • 1.600qm horizontale „brickwork screened”-Verglasung
  • 2.289 unterschiedliche Fassadenelemente
  • ca. 520qm Oberlichtverglasung auf dem sog. „Switch House”
  • 351 motorisierte innenliegende Sonnenschutzrollos
  • 100qm vertikale Lichtbänder im Pfosten-Riegel-System
  • 110qm außenliegende Lamellen

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